Lange Zeit dachte ich, mit mir stimmt etwas nicht. Ich habe mich oft gefragt, warum ich nach einem ganz normalen Wocheneinkauf völlig erschöpft war, während andere danach noch Bäume ausreißen konnten. Ich habe mich gefragt, warum ich die dicke Luft in einem Raum spüre, noch bevor ein einziges Wort gewechselt wurde – und warum mich die Gefühle anderer manchmal fast erdrücken.
Mir wurde oft gesagt: „Du bist zu empfindlich“, „Du bist zu emotional“ oder „Du musst dir endlich mal ein dickeres Fell zulegen“.
Ich habe jahrelang versucht, genau das zu tun. Ich habe versucht, meine Wahrnehmung zu unterdrücken, mich abzuhärten und so zu funktionieren wie alle anderen. Aber ich habe gemerkt: Wenn ich meine Feinfühligkeit bekämpfe, bekämpfe ich mich selbst.
Heute weiß ich: Meine Sensibilität ist kein Fehler im System. Sie ist mein Superkraft-Modus.
Das Leben in HD
Hochsensibilität bedeutet für mich nicht, „schwach“ zu sein. Es bedeutet, dass mein Nervensystem die Welt in einer unglaublichen Detailtiefe verarbeitet. Während andere die Welt vielleicht in Schwarz-Weiß oder einfachem Stereo erleben, empfange ich das Leben in 4K-Auflösung und Surround-Sound.
Ja, das kann anstrengend sein. Aber es ist auch ein Geschenk. Es erlaubt mir:
Zwischentöne wahrzunehmen, die das Unsichtbare sichtbar machen.
Mich tief in Menschen (und Tiere!) einzufühlen.
Schönheit in Dingen zu sehen, an denen andere achtlos vorbeigehen.
Wie ich vom Überlebensmodus in meine Kraft fand
Der Wendepunkt für mich war die Erkenntnis, dass ich kein „dickeres Fell“ brauche, sondern bessere Grenzen und ein Verständnis für meine eigene Energie. Ich habe aufgehört, mich dafür zu entschuldigen, dass ich Pausen brauche oder dass mir manche Umgebungen zu laut sind.
In meiner Arbeit als Energetikerin sehe ich das jeden Tag: Wir hochsensiblen Seelen sind wie feinstimmige Messinstrumente. Wir sind hier, um die Welt auf einer tieferen Ebene zu verstehen und zu heilen. Aber das können wir nur, wenn wir aufhören, uns für unsere Wahrnehmung zu schämen.
Mein Check für dich: 3 Fragen, die mir täglich helfen
Wenn du dich auch oft überwältigt fühlst, lade ich dich ein, kurz innezuhalten und dir diese drei Fragen zu stellen, die auch fest zu meinem Alltag gehören:
Was gehört wirklich zu mir? Spüre ich gerade meinen eigenen Stress oder habe ich einfach die Energie meines Gegenübers aufgesogen?
Was braucht mein System jetzt gerade? Ist es Stille, ein Waldspaziergang oder einfach ein Moment, in dem ich die Augen schließe?
Wie kann ich meine Gabe heute feiern? Vielleicht indem ich intuitiv genau das Richtige sage oder mir Zeit für etwas Kreatives nehme.
Mein Fazit
Ich möchte dir heute eines sagen: Du musst dich nicht verändern, um in diese Welt zu passen. Deine Sanftheit ist deine größte Stärke. Deine Tiefe ist deine Weisheit. Erlaube dir, so viel zu fühlen, wie du fühlst.

Deine Wahrnehmung ist kein Fehler. Sie ist dein Kompass.
Kennst du das auch?
Schreib mir gerne in die Kommentare, wie es dir mit deiner Sensibilität geht!

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